Die Welt mit anderen Augen sehen.

Schwarz-weiss-Fotografien von Thomas Deicke

Im zarten Alter von 17 Jahren schenkte mir mein Vater eine alte Yashika FX-D mit einem einfachen 50-mm-Objektiv. Und er legte mir ein Buch dazu, welches damals schon als historischer Mschöker zum Thema galt: "Der grosse Photo-Helfer" von Heinz Temmler aus dem Jahr 1954. Damit legte er jedoch den Grundstein meiner Faszination an der s/w-Fotografie, die bis heute anhält. Natürlich gab es Zeiten mit Irrungen und Wirrungen - Zeiten, in denen ich die Kamera gar nicht zur Hand nahm oder Zeiten, in denen die Bilder vor Farbe quietschten. Und doch flammt meine alte Leidenschaft immer wieder auf.

Heute - gut 35 Jahre später - schaue ich mir noch immer gern und häufig meine alten Bilder an. Ich kann mich an jede Situation erinnern. Ich weiß noch, was mir damals durch den Kopf ging, was mir wichtig war und warum ich die Aufnahme machte. Ich kann mich in die damalige Situation noch hineinfühlen und genieße diese Momente.

Natürlich haben sich zwischenzeitig immer mal wieder meine Vorlieben und somit die Motivwahl verändert. Waren es Anfangs Portraits und Landschaften, die mich in den Bann zogen, flammte irgendwann meine Begeisterung für Lost Places und alte Festungen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und davor auf.

Gelegentlich fragen mich Freunde: Warum s/w-Fotografie?
Du hast doch solch tolle Kameras. Und dann das … s/w!

Ich kann die Frage nicht mit einem Satz beantworten. BLACK & WHITE bedeutet für mich mehr als das Festhalten eines Moments. Ich möchte das Wesen und das Besondere festhalten. Der Kern der Sache. Um dies zu erreichen, fokussiere ich mich auf Licht und Schatten, den Kontrast, die Linie, Formen und Strukturen. Farbe lenkt dabei ab ... finde ich. Das monochrome Bild hilft mir meine Interpretation des Gesehenen auf den Punkt zu bringen.

Viele Menschen empfinden meine Arbeiten als etwas "gediegen". Das mag sein. Mir geht es allerdings auch gar nicht darum, anderen zu gefallen. Meine Bilder sind für mich. Und wenn sie anderen gefallen, freut mich das. Dabei ist wichtig, mir selbst einen eigenen Blick auf die Dinge der Welt zu erarbeiten, das zu entdecken, was man nicht auf dem ersten Blick entdecken kann. Vielleicht war es daher auch nur logisch, dass ich mich irgendwann den Lost Places zuwendete, weil mich die Schönheit des Morbiden beeindruckte.


Ich wünsche Dir viel Freude.

    • Urban Exploring - Lost Place - Fotografie

"Wir sollten nie aufhören,
zu neuen Zielen aufzubrechen.
Doch am Ende unserer Erkundung
sind wir plötzlich wieder da,
wo die Reise begann, und wir meinen,
zum ersten Mal hier zu sein."

Thomas Stearns Eliot
1888 - 1965


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