Die Welt ist im Wandel!

Ich darf mich kurz vorstellen: Thomas Deicke – Fotograf aus Leidenschaft. Schon vor etlichen Jahren zog mich die Fotografie in ihren Bann. Der Blick durch das Objektiv meiner Kamera veränderte meine Sicht auf die Welt. Denn dort sehe ich nicht einfach nur ein Bild, sondern ich erkenne meine Interpretation von dem, was mich umgibt. Ich spiele mit Tiefe, Licht und Schaffen, die es einzufangen und zu modellieren gilt.

Während mich die Fotografie schon von Kindesbeinen an begeisterte, entdeckte ich vor gut fünfzehn Jahren eine weitere große Leidenschaft – nämlich meine große Begeisterung für alte Fabriken, Wohnhäuser oder Sanatorien. In der Szene spricht man von Lost Places, verlorene Orte, die vor Jahren aufgegeben wurden, und die nun von Wind und Wetter … vor allem aber von der Zeit bearbeitet werden.

Viele Menschen empfinden meine Fotografie wegen dieser etwas ungewöhnlichen Motivwahl als „ziemlich seltsam“. Ich höre häufig Anmerkungen wie „da sind ja keine Menschen auf den Bildern“. Richtig. So ist das auch gewollt. Mir geht es bei meinen Fotografien darum, die Schönheit des Morbiden zu zeigen. Man muss schon zweimal und richtig hinsehen, um sie zu sehen. Aber just dies macht für mich den Reiz der Lost Places aus. Und ich hoffe, dass ich Dich für meine Art der Fotografie und die Dinge, wie ich sie sehe, begeistern kann. Eine kleine Auswahl der vielen Lost Places, die ich in der letzten Zeit besuchte, zeige ich Dir auf meiner Homepage.

Geisterstädte … für mich sind das Lost Places der ganz besonderen Art. Jeder von uns hat dazu sofort Bilder im Kopf: Orte, die von Menschen aufgegeben wurden. Alles gibt es noch; das Geschirr steht noch im Küchenschrank und die persönlichen Utensilien früherer Bewohner sind in den Schränken und auf den Tischen. Fenster und Türen, die vom Wind als Spielzeug genutzt werden und klappern. Unheimliche Gedanken, die einem beim Anblick dieser Ghost Towns durch den Sinn gehen. Geisterorte sind für mich deswegen so faszinieren, weil sie für viele Menschen das eigentlich Unvorstellbare verkörpern: Aufgaben, ohne etwas mitzunehmen. Loslassen, ohne zurück zu blicken.

Auf meiner Homepage fasse ich den Begriff „Geisterorte“ etwas weiter. Ich meine damit nicht Stätten, über die reihenweise im Internet berichtet wird, weil es dort (angeblich) übernatürlich Erscheinungen gibt. Ich glaube nicht an solche Dinge. Nein. Ich denke dabei natürlich an die vielen Lost Places, ich in den letzten Jahren besuchte. Und natürlich denke ich an tatsächlich verlassene Ortschaften. Städte, die aus irgendeinem Grund von den dort einst lebenden Menschen aufgegeben wurden. Es gibt sie nicht so häufig, aber man findet sie. In Deutschland, Frankreich oder beispielsweise in Italien. Ich erkundete einige von Ihnen und zeige Dir auf meiner Homepage eine kleine Dokumentation einiger von ihnen. Vielleicht interessiert Dich auch das. Ich würde mich freuen.

Wir sollten nie aufhören,
zu neuen Zielen aufzubrechen.
Doch am Ende unserer Erkundung
sind wir plötzlich wieder da,
wo die Reise begann, und wir meinen,
zum ersten Mal hier zu sein.

Thomas Stearns Eliot
1888-1965


Stühle, Stühle und noch mehr Stühle …

Meine vielen Fototouren führten mich in etliche Länder,
um mir Lost Places anzusehen. Und überall stieß ich auf diese Requisiten.
Sie faszinierten mich, weil sie in gewisser Weise die Trostlosigkeit
dieser Orte wunderbar zum Ausdruck bringen.

Lost Place