Freizeit


Das Nomadenleben,
welches die unterste Stufe der Zivilisation bezeichnet,
findet sich auf der höchsten im allgemein gewordenen
Touristenleben wieder ein.
Das erste ward von der Not,
das zweite von der Langweile herbeigeführt.

Arthur Schopenhauer
1788-1860


Das Wort Freizeit geht aus dem mittelalterlichen Begriff frey zeyt hervor. Er beschrieb im 14. Jahrhundert die „Marktfriedenzeit“, also den Zeitabschnitt in dem Marktreisenden und -besuchern Sicherzeit vor Gewalt und Störung aller Art gewährt wurde. Im Laufe der Zeit wandelte sich die Bedeutung.

Spätestens Mitte des 19. Jahrhunderts verbunden die Menschen mit Freizeit die Zeit, in der jemand nicht arbeiten braucht, keine besonderen Verpflichtungen hat, eine Zeit für Hobbys und Erholung. In gewisser Weise liegt es nah, dass findige Menschen schnell auf die Idee kommen, daraus ein Geschäftsmodell zu machen. Mit zunehmender Freizeit (beispielsweise der arbeitenden Bevölkerung) wuchsen auch die Möglichkeiten, diese mit mehr oder weniger sinnvollen Tätigkeiten auszufüllen. Heute ernährt die Freizeit- und Tourismusindustrie ganze Landstiche und es wäre undenkbar, wenn die hier verdienten Gelder plötzlich wegfallen würden.

So, so ... jetzt sind wir allesamt schlauer. Doch mich interessiert hier nicht die Freizeitindustrie, sondern vielmehr was passiert, wenn die Touristen nicht mehr kommen. Ich sah mir etliche Lost Places an, die - wie ich finde - einen ganz eigenen Charme haben.


Lost Places, die ich bisher besuchte

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