Lost Place - Militär

Festungen des 19. und 20. Jahrhunderts

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Alten Festungen, die im 19. und 20. Jahrhundert erbaut wurden, gilt meine ganz besondere Leidenschaft. Bei diesem Thema verbindet sich für mich meine große geschichtliche Neugierde, die Lust, immer neue Lost Places zu erkunden und die Leidenschaft der Fotografie hervorragend miteinander. Ich lebe schon seit Jahren im Saarland und kann die Nähe zu Frankreich besonders gut nutzen, um mir die vielen Festungen und um die Städte Metz, Thionville, Straßburg oder Verdun anzusehen. Einige von Ihnen sind Museen. Doch viele von Ihnen schlummern einen traurigen Schlaf. Sie sind für mich Lost Place der ganz besonderen Art.

Doch aufgepasst. So einfach sollte man diese Orte nicht besuchen. Man sollte sich gut vorbereiten. Einmal abgesehen davon, dass diese Festungen im Regelfall militärisches Sperrgebiet sind, verfallen Sie schon mehr als ein halbes Jahrhundert. Viele von ihnen wurden nämlich nach Ende des Zweiten Weltkriegs aufgegeben. Einige stark beschädigt, weil um sie herum 1945 schwerste Kampfhandlungen tobten. Einige von ihnen haben auch weitläufige unterirdische Anlagen. Um diese zu erkunden benötigst Du eine entsprechende Ausrüstung und musst dringend weitere Vorsichtsmaßnahmen treffen. Einfach mal so auf gut Glück in einen Bunker zu gehen, kann lebensgefährlich sein.

Aber zurück zum eigentlichen Anlass dieser Seite: Lost Places – Festungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Die französischen Regionen Elsass und Lothringen gehörten zwischen 1871 und 1918 zum deutschen Kaiserreich. Die Deutschen annektierten die Gebiete, nachdem sie zuvor den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gewinnen konnten. Kurz nach Übernahme begann das kaiserliche Militär, die Regionen zu wahren Bollwerken auszubauen. Sie wollten die wichtigen Verkehrswege und Metropolen vor einem erneuten Angriff der Franzosen schützen. Diese wieder errichteten zum eigenen Schutz nur einige Kilometer westlich zwischen Verdun, Toul, Epinal und Belfort einen eigenen Festungsgürtel, weil sie mit einem erneuten Krieg mit den Deutschen rechneten.

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1914 war es dann soweit … der Erste Weltkrieg bracht aus. Womit die Franzosen nicht rechneten: Die Deutschen entwickelten schon Jahre zuvor den Plan, im Fall eines Krieges über Belgien in Frankreich einzumarschieren, um schnellst möglichst Paris einzunehmen. Die meisten Festungen, die die sowohl die Deutschen (rund um Metz und Straßburg) als die Franzosen (rund um Toul, Epinal und Belfort) errichteten gaben während des Ersten Weltkriegs keinen einzigen Schuss ab. Die großen und besonders blutigen Schlachten spielten sich viel weiter im Norden ab. Bei Verdun, an der Somme oder in Flandern.

Soweit ein kurzer Überblick über die Geschichte. Wenn Du mehr Informationen über die Festungen in Frankreich, deren Geschichte und natürlich deren heutigen Zustand wissen möchtest, folge bitte dem Link. Dort findest Du viele Bilder dieser besonderen Lost Places. www.festungen.info.

Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen,
Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen
zu wollen. Nur Blut soll immer mit Blut abgewaschen werden.

Bertha von Suttner
Friedennobelpreisträgerin
1843-1914