Tagebergbau Garzweiler


Totengräber etlicher
Gemeinden in Deutschland


2006 wurden weltweit ca. 970 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Deutschland war seinerzeit der wichtigste Produzent und verfügt über ertragsreiche Abbaugebiete. Achtzehn Prozent der weltweiten Produktionsmenge stammt von hier – gefolgt von China, den USA oder Russland. In Deutschland gibt es letztlich drei große Braunkohle-Reviere. Das ist einerseits das Rheinische Braunkohlerevier, das Mitteldeutsche und das Lausitzer Revier.

Politik und Wirtschaft legitimieren mit dem Bedarf von mehr als 110 Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr, welche überwiegend für die Verstromung genutzt wird, den großflächigen Tagebau in Deutschland. Im konkreten Fall Garzweiler I und II hält das Land Nordrhein-Westfalen an dieser Planung fest und ermöglicht dem größten deutschen Braunkohleunternehmen – der RWE Power AG – den Unterhalt dreier Abbaustätten im Rheinischen Braunkohlerevier:

  • Tagebau Inden

  • Tagebau Hambach

  • Tagebau Garzweiler

Urban Exploring

Garzweiler II ist eine Erweiterung des bisherigen Tagebaus Garzweiler I mit seinen langsam auslaufenden Förderkapazitäten. Der hier lagernde Kohlevorrat soll 1,3 Milliarden Tonnen umfassen. Die Kohleflöze sind rund 30 Meter dick und liegen in einer Tiefe von bis zu 210 Meter unter der Erde. Die Erdmassen, die es daher zu bewegen gilt, um an das „braune Gold“ heranzukommen sind gigantisch. Sie werden unter anderem dazu genutzt, um mit dem Abraum von Garzweiler II die Wunden von Garzweiler I zu schließen.

Das Abbaugebiet von Garzweiler II umfasst insgesamt 48 Quadratkilometer. 1992 lebten in dem Gebiet knapp 8.000 Menschen – verteilt auf dreizehn Ortschaften, von denen Immerath oder Borschemich nur zwei von ihnen sind. Fünfzehn Jahre später waren es noch 1.600 Menschen, die von der Umsiedlung betroffen sind.

Selbstredend ist, dass sich seit Bekanntwerden der Pläne die Menschen in der betroffenen Region gegen die Vertreibung aus Heimat einerseits und gegen die riesigen Umweltschäden, die mit dem Abbau einhergehen, wehren. Das Bundesverfassungsgericht musste sich immer wieder mit diesem Thema befassen. Zuletzt im Dezember 2013 – siehe dazu einen spannenden Bericht der Berliner Zeitung.


Opfer des Tagebergbaus

Geisterstadt Borschemich

Geisterstadt Immerath

Geisterdorf Pier