Geisterdorf
Immerath


In der Fremde erfährt man,
was die Heimat wert ist,
und liebt sie dann um so mehr.

Ernst Wichert
1831-1902


Ein sterbendes Dort in Nordrhein-Westfalen.
Geisterstadt in Deutschland.
Lost Place.


Immerath - Opfer von Garzweiler II

Fast 1000 Jahre gibt es diese Gemeinde schon und jetzt dies: Das kleine Örtchen Immerath in Nordrhein-Westfalen liegt unglücklicherweise im Abbaugebiet des Tagebergbaus Garzweiler und muss daher umsiedeln. In absehbarer Zeit wird von diesem Ort außer den Erinnerungen bisheriger Einwohnern, alten Bildern und Einträge im örtlichen Archiv nichts mehr übrig sein. Denn die Umsiedlung der Bevölkerung und anschließende Abriss aller Häuser soll 2017 abgeschlossen sein, damit dann die riesigen Schaufelbagger der RWE Schicht für Schicht das Erdreich abtragen können, um an die wertvolle Braunkohle darunter zu kommen.

Ich kann die Wut und Trauer der Menschen in Immerath gut verstehen: Sie wuchsen hier auf, ihre Familien leben seit Generationen im Ort und jetzt sollen sie Haus und Hof zum Zeitwert verkaufen. Ihnen wird großzügig angeboten, in den Ort "Immerath (neu)" umzusiedeln. Seit 2006 geht das nun schon so. Und ein Großteil der Menschen, die einst den besonderen Charme der Gemeinde ausmachten, folgte dem Angebote. Was bleibt ihnen auch anderes übrig.

Immerath - bisherigen Besuche

Seit Mitte 2014 besuchte ich wiederholt die Geisterstadt Immerath. Mich berührte das Schicksal der Menschen, die ihre Heimat aufgeben mussten. Obendrein war ich neugierig auf die Veränderungen, die der Gemeinde bevorstehen. Nachfolgend findest Du - in verschiedene Galerien unterteilt - jeweils eine kleine Dokumentation meiner Besuche.


Geisterstadt Immerath

Geisterstadt Immerath

Sehenswürdigkeiten von Immerath

Viele Sehenswürdigkeiten hat Immerath nicht zu bieten. Die Pfarrkirche St. Lambertus ist da eine Ausnahme. Meinem Geschmack nach ist sie für den kleinen Ort etwas überdimensioniert – wahrscheinlich wird sie auch deswegen als „Dom von Immerath“ bezeichnet. Aber so ist die katholische Kirche halt: Wenn man Geld hat, muss man es auch ausgeben. Die neuromanische Basilika mit einem Doppelturm wurde zwischen 1888 und 1891 nach Plänen des Kölner Baumeisters Erasmus Schüller errichtet. Die Kirche wurde am 13. Oktober 2013 entwidmet. Das muss eine bewegende Feier gewesen sein, über die sogar das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtete. Inzwischen gehört die Kirche der RWE, so dass sie ebenfalls abgerissen werden kann.

Ein ähnliches Schicksal wird wohl auch die alte Mühle in der näheren Umgebung von Immerath ereilen. Aktuell gibt es zwar Diskussionen, ob das Gebäude an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden soll (Stand Anfang 2015), aber ich glaube nicht daran. Es wäre zu teuer ... leider.


Geisterstadt Immerath


Mein bisherigen Besuche der Geisterstadt Immerath waren im
April 2014, Oktober 2014, November 2014, März 2015, Mai 2015 und Juni 2015. September 2015, Januar 2016, April 2017 und im Januar 2017. Nochmals im Juni 2017.

Selbstverständlich schaute ich mir auch den Totengräber von Immerath an.
Tagebergbau Garzweiler II

Wissenswertes zum Thema:
Liste abgebaggerter Orte
Doku Tagebergbau Garzweiler II