Geisterfort
de Génicourt


Ein verlassenes Fort von 1878.
Es gehört zum Festungsring rund um Verdun.

Spannend Urban Explorer.
Lost Place in Frankreich.


Das Fort de Génicourt zählt zu den südlichsten Festungen, die gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts rund um die französische Stadt Verdun errichtet wurden. Gelehrte streiten sich gelegentlich darüber, ob man es wegen der Distanz zur Stadt eigentlich noch zum Festungsgürtel zählen darf – es liegt immerhin auf halber Strecke zwischen Verdun und Troyon liegt. Ich rechne es (im weiteren Sinne) dem Festungsgürtel rund um Verdun zu, weil man von hier aus die Kämpfe um die Stadt unterstütze. ´

Die Ursprünge dieser Festung gehen auf die Pläne des Festungsbaumeisters General Séré de Rivières zurück, der Génicourt einst als Sperrfort der Barrière de Fer errichten ließ. Als Bauplatz wählte er eine 359 Meter hohe Anhöhe mit sehr guter Fernsicht auf das umliegende Gelände. Génicourt sollte von hier aus die Ufer der Maas schützen und außerdem diente es als Flankenschutz der benachbarten Festungen Haudainville und Troyon. Baubeginn war im März 1878 und bereits im Dezember 1880 konnten erste Mannschaften einrücken. Wegen des Voranschreitens der Militärtechnik erfolgten bis 1914 etliche Modernisierungsmaßnahmen.


Lost Place - Geisterfort Génicourt

Urban Exploring


Während des Ersten Weltkriegs bzw. während der Schlacht um Verdun im Jahr 1916 wurde das Fort de Génicourt häufig als Sammelstelle für vorrückende französische Truppen verwendet. Hier fanden sie (letzten) Schutz und kurze Erholung bevor sie sich auf die mörderischen Schlachtfelder direkt vor Verdun begeben mussten. Da das Fort „etwas abseits errichtet wurde“ und ursprünglich als Sperrfort diente, konnte man von Génicourt auch nur selten aktiv in Kampfhandlungen östlich von Verdun eingreifen. Es gab während der ersten Kriegsjahre daher nur zweimal ein Feuergefecht mit deutschen Truppen – also diese nämlich auf das benachbarte Fort Troyon vorrückten, um dort durchzubrechen. Obwohl Génicourt in Folge dessen mehrere Stunden selbst beschossen wurde, weist die Anlage kaum nennenswerte Artillerieschäden auf.