Geisterstadt Borschemich - März 2015

Ich war in der Gegend, weil ich mir unbedingt den Nachbarort Immerath ansehen wollte. Und da durfte natürlich in Stippvisite in Borschemich nicht fehlen. Mein Schlendern durch den Nachbarort hat mich schon berührt. Aber spätestens in Borschemich wurde mir die Endlichkeit beider Gemeinden bewusst. Seit meinem letzten Besuch im November 2014 hat sich (leider) viel getan in dieser kleinen Gemeinde. Komplette Straßenzüge, die ich mir seinerzeit ansah, sind heute nicht mehr vorhanden. Einfach weg. Nur noch ebene Erde. Kein Baum, kein Strauch, kein Haus. Nix. Außer Ödland.

Als wenn das noch nicht genug wäre: Bei meinem ersten Besuch von Borschemich waren die riesigen Schaufelbagger vom Tagebergbau Garzweiler noch ziemlich weit weg. So empfand ich es jedenfalls. Inzwischen sind sie nur einen Steinwurf von der Gemeinde entfernt. Du musst Dir das so vorstellen. Ich erkundete Borschemich und kam dem westlichen Ende des Örtchens immer näher. Irgendwie wollte ich wissen, was dahinter kommt. Und 200 Meter weiter stand ich bereits am Rand des Tagebergbaus. Ich konnte dem riesigen Bagger bei seinem vernichtenden Werk zusehen. Er schaufelt sich unaufhaltsam an den Ortskern heran. Makaber. Es ist so, als würde man lebend den Gevatter Tod schon sehen … er schlendert dem Gehweg vor dem eigenen Haus heran und man weiß, dass er bald an der eigenen Haustür klopft.

Ein sterbendes Dort in Nordrhein-Westfalen.
Geisterstadt in Deutschland.
Lost Place.