Lost Place - Mobilität

Schrottplätze & Lokomotivfriedhöfe


Das Thema Mobilität ist ein ergiebiges Feld für Urban Explorer. Irgendwie findet man überall, selbst in nächster Nähe, einen passenden Lost Place. Denn alte Autos, gelegentlich auch Lastkraftwagen, werden von den früheren Besitzern ganz gern mal im Wald oder alten Industriegebäuden abgestellt, um sie dann zu vergessen. Ach ja: Und der Bundesbahn geht es auch nicht mehr so gut, als dass sie sich vorbildlich um ihre Ausbesserungswerke und Bahnbetriebshöfe kümmert. Auch wenn man die spektakulären Friedhöfe der Lokomotiven nicht mehr so häufig findet … es gibt sie. Mal sind sie tatsächliche Lost Places und mal sind es Betriebshöfe, die heute von Vereinen gepflegt werden – nebst der dort hinterlassenen E- und Dampflokomotiven. Man muss nur die „Vorzeigehalle“ des Vereins verlassen und auf dem meist weitläufigen Gelände herumstöbern. Irgendwo in der hintersten Ecke stehen sie dann herum: die alten Dampflokomotiven und verlassenen Zugwagons.

Und wenn gar nichts hilft, dann empfehle ich Dir das ehemalige Bahnbetriebswerk in Hermeskeil. Der Besitzer verlangt einen Groschen als Eintritt und dann kannst Du nach Herzenslust in den alten Lokomotiven herumklettern und sie natürlich fotografieren. Kein Lost Place … aber dennoch sehr spannend. Bei der Gelegenheit: Das Titelbild dieser Seite entstand vor etlichen Jahren in der Station Montzen in Belgien. Freunde berichteten mir, dass dieser alte und spektakuläre Personenzug heute nicht mehr vorhanden ist. Ein Museum ganz in der Nähe hat ihn wegschleppen lassen, nachdem sich Besucher sehr an ihm ausgelassen hatten. Selbst bei meinem Besuch der Station Montzen war der nicht mehr im allerbesten Zustand.


Abschließend noch ein paar passende Hintergründe zum Thema Mobilität. Wir kennen das alle: Der Wunsch, in kurzer Zeit von einem zum anderen Ort reisen zu können, beseelt uns im Alltag. In grauer Urzeit waren unsere Vorfahren auf ihre Füße angewiesen. Nach und nach standen ihnen jedoch immer komfortablere Fortbewerbungsmittel zu Verfügung.

Der Siegeszug des Automobils beispielsweise begann im August 1888 – nämlich mit der legendären Autofahrt von Bertha Benz. Per Definition wird seither das Automobil als ein motorbetriebenes, mehrspuriges Kraftfahrzeug beschrieben, mit dem man Personen oder Facht transportieren kann. Oder nehmen wir die Eisenbahn. Das Zeitalter der Schiene wurde am 7. Dezember 1835 eingeweiht. An diesem Tag feierte man die Eröffnung der Ludwigs-Eisenbahn, die von Nürnberg nach Fürth fuhr.


Zu jeder Zeit war den Menschen das Fahren mit der Eisenbahn nicht geheuer: In den Zeitungen dieser Zeit wurde beispielsweise darüber spekuliert, ob solche (hohen) Geschwindigkeiten schädlich für den Menschen sein könnten. Aus heutiger Sicht eine wahrlich skurrile Diskussion – denkt man an Überschallflugzeuge oder Weltraumflüge. Aber damals war das halt so.

Doch nun genug zur Geschichte des Automobils oder der Eisenbahn. Dieses ist ja keine Homepage für Mobilitätsfans, sondern über Lost Places und deren Faszination. Bei meinen vielen Fototouren durch Belgien, Frankreich und natürlich Deutschland fand ich immer wieder alte Lokomotivfriedhöfe oder Schrottplätze mitten im Wald. Seltsame Orte, die mich fesselten. Lost Places mit besonderer Ausstrahlung.

Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er in die Kirche geht, irrt sich.
Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.

Albert Schweitzer
1875-1965